Vom Möbelhaus des kleinen Mannes (Teil 5)


Den Gutschein habe ich dann kurz vor Ende zwangsweise eingelöst. Das Geld denen in den Rachen zu schmeißen kam mir nicht in den Sinn. Also kaufte ich von dem restlichen Geld einen kleinen Teppich der mir heute die Bude zufusselt, einen kleinen Schuhschrank und eine Garderobe für an die Wand. Dieses Mal vermied ich es mit Herrn Kalkabar zusammen zu treffen und wandte mich an eine Kollegin von ihm die (immerhin) sogar ein Lächeln verteilen konnte. Sie hackte auch weniger aggressiv auf die Tastatur aber der Text blieb leider derselbe:

„Hmmm! Also … der Schuhschrank ist nicht da, der kommt erst in vier Wochen wieder…“

„So, so!“ innerlich schrie ich auf. „Und die Garderobe?“

Hack! Hack! Hack!

„Leider auch nicht da. Die kommt ebenfalls in vier Wochen! Soll ich die Bestellung stornieren?“

Ganz klar, die sind hier alle miteinander verwandt, ver(schwipp)schwägert und was weiß ich. Seufzend sagte ich ihr, dass sie die Sachen ruhig bestellen solle ich würde sie dann holen kommen. Sie nickte zustimmend, druckte mir das ausgefüllte Formular aus mit welchem ich zur Kasse ging. Dort wurden die Zahlen in die Kasse gehackt und ich überreichte der Kassendame meinen Gutschein. Ganz aus heiterem Himmel entglitt ihrem Mund ein „Oh!“

„Was ist denn?“

„Nun sie haben den hier angegebenen Betrag nicht voll ausgeschöpft und ich darf ihnen ja nichts auszahlen.“

„Und nun?“

„Einen Moment…“ sie drehte sich zu ihrer älteren Kollegin die an einem Tisch saß und mit hängender Miene in einen Ordner starrte. „Erika? Wenn ein Gutschein nicht ganz ausgeschöpft wurde, muss ich dann einen neuen machen oder kann ich den Wert auf dem jetzigen einfach korrigieren?“

„Im Normaaalfall müsstest Du den neu mache. Wie jeross iss der Betrach denn?“ fragte Erika in einem breiten kölner Dialekt.

„20ct!“

„20ct?“

„20ct!“

Nun wandte sich Erika an mich: „Hörense, wieso holen sie sich nicht noch wat für 20 ct? Dann spare wir uns nen neu’n Schein.“

„Sie haben aber nichts für 20ct…“

„Stimmt!“ strahlte die Kassendame mich an und sah dann wieder zu Erika „Wie haben nichts für 20ct“

Erika zuckte die Schultern und sah wieder in den Ordner.

„Behalten sie einfach die 20ct“ sagte ich der Kassendame die mich etwas überrascht ansah.

„Sind sie sicher? Ich meine, ich könnte ihnen noch einen Gutschein für 20ct ausstellen.“

„Danke nein. Kein Bedarf!“

Im Nachhinein denke ich mir, ich hätte doch den Gutschein über 20ct nehmen und an die Wand pinnen sollen. So bleibt das aber nur eine Erinnerung. 😉

Nach gut 8 Wochen habe ich dann auch meine Möbel bekommen. Natürlich gab es keine Karte und mein Anruf nach 4 Wochen Wartezeit brachte nur zu Tage, dass die Möbel noch gar nicht da seien weil der Lieferant wohl spät dran wäre. Ein weiteres Telefonat zwei Wochen später brachte zu Tage, das die Möbel schon lange da gewesen wären, nun aber wieder ausverkauft und eine weiter Lieferung im Anmarsch sei. Der Kollege hätte das aber wissen müssen. Ich falle vom Glauben ab: Weiß da eigentlich überhaupt jemand bescheid? Ich rief dann nach weiteren zwei Wochen wieder an und hätte am liebsten in den Hörer geheult als man mir sagte, dass die Möbel schon seit 4 Wochen auf mich im Lager warten würden und warum ich sie immer noch nicht abgeholt hätte. Wie denn ohne eine Benachrichtigungskarte? Tja, da wusste der Mitarbeiter auch nichts mehr dazu zu sagen denn er hatte nun wirklich nichts mit den Karten zu schaffen. Richtig! Niemand hat da was mit den Benachrichtigungskarten zu schaffen.

Und sollte ich irgendwann einmal noch mal ein Möbelstück brauchen, dann schnitze ich mir das selber.

Damit endet die Saga vom Möbelhaus des kleinen Mannes…

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  1. #1 von mama am 22. Januar 2007 - 16:30

    einen vorschlag lege den fussiligen Teppich unter die Matte und walze ihn platt, dann gibt sich das Fusseln auch. Nur in der Ecke zu stehen, dafür ist er zu schade.

(wird nicht veröffentlicht)