‘Gedankensalat’ Category Archives
Jan
Ausgesperrt
by der Kaiser in Fürs Notizbuch, Gedankensalat, Geschichten
„Wie lange haben wir uns nicht mehr gesehen?“ fragt sie und rührt ein Häufchen Zucker in ihren Pfefferminztee. „Unsere Trennung müsste doch sicherlich ein gutes Jahr zurückliegen.“
„Ich weiß nicht, Trennung finde ich nicht unbedingt das richtige Wort – schließlich waren wir offiziell nie zusammen.“ entgegne ich und nehme einen Schluck Kaffee.
„Aber wir beide hatten schon dann und wann mal was laufen. Nicht offiziell, das ist richtig aber eben inoffiziell. Insofern ist Trennung schon das richtige Wort. Also! Wie lange liegt die nun zurück? Ein gutes Jahr, nicht wahr?“
„Ein wenig mehr: Bis heute sind es 473 Tage um genau zu sein“
Verwundert sieht sie mich an: „Du hast die Tage gezählt?“
Ich zucke leicht mit den Schultern: „Nicht wirklich – das hat sich einfach von selbst ergeben.“
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Jan
New sheets of paper
by der Kaiser in Fürs Notizbuch, Gedankensalat, Out of the Blue
Ein letzter kurzer Blick zurück zu dem was hinter mir liegt. Zurück auf all die Höhen, all die Tiefen, all die unvergesslichen geliebten und gehassten Momente, all den Menschen die kamen, mich verließen und weiterhin bei mir sind. Zurück auf all das was mein Leben in diesem Abschnitt beeinflusst und ausgemacht hat.
Dann trete ich einen Schritt nach vorne, hinaus in die kalte Luft. Ich atme tief ein was mir entgegen schlägt und das Herz schlägt mit. Hinter mir höre ich wie die Bässe immer massiger, wuchtiger und treibender werden und denke mir, dass manches sich zum Glück nie ändern wird.
Hinter mir fällt mit einem leisen Klicken die Tür ins Schloss und ich weis das ich nachher den Weg durch den Haupteingang gehen muss um wieder zur Party zu stoßen, doch das ist nicht schlimm. Ich drehe mich nicht mehr um, es ist nicht mehr notwendig zurück zublicken. Stattdessen sehe ich hinauf in den Himmel, dem Schnee entgegen. Leise und sanft beginnt der Himmel die Welt wie ein Neugeborenes in eine weiche Decke aus Schnee einzudecken. Die grauen Strassen werden neu geboren. Alles ist weiß und kalt um mich herum.
Für einen Moment würde ich gerne wieder zurück, dahin wo es warm und sicher war. Dahin wo ich wusste wie die Dinge aussahen. Aber nun stehe ich hier draußen und auch ich werde neu in diese Welt geboren. Einer Welt, in der alles bekannte verschwunden ist und begraben unter einer Schicht von Schnee liegt. Es erscheint mir als eine magische Welt, voller Möglichkeiten, voller Geheimnisse und unentdeckter Schönheit, ein großes weißes Blatt Papier auf dem man ausgiebig malen kann.
Innerlich nehme ich meinen Stift in die Hand, dann setze ich den ersten Schritt in das neue Jahr. Es gibt viel zu entdecken und zu malen… packen wir es an!
Okt
Was uns verbindet
by der Kaiser in Fürs Notizbuch, Gedankensalat, Geschichten, Unterwegs
Als sich meine Zehen in den weichen, warmen Sand eingraben, schließe ich unwillkürlich meine Augen. Meine Augen brauchen nicht zu sehen, diese Aufgabe übernehmen meine Ohren, meine Gefühle.
Obwohl die Sonne niederbrennt, sorgt ein kühles Lüftchen für angenehme Temperaturen während das Geschrei der Möwen eine leichte Gänsehaut auf meinen Armen erzeugt. Ich kann die Sonne auf meinem Gesicht spüren, fühlen wie das Gemisch aus Wind und Sonne sich an meinem Körper anschmiegt, hören wie zahlreiche Krönchen aufgesetzt und zugleich wieder abgesetzt werden. Immer anders und doch immer gleich.
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Sep
Aufbruchstimmung
by der Kaiser in Fürs Notizbuch, Gedankensalat, Out of the Blue, Unterwegs
Nur noch wenige Tage dann geht es los: ein kleines Abenteuer steht an. Es geht raus in die weite Welt, um zu lernen in fremde Zungen zu sprechen, dahin wo die Sonne scheint, wo der Himmel in feinsten Blau leuchtet, wo es meine Wahl ist ob Menschen um mich rum sind oder nicht, wo das Meer für mich da sein wird und wo ich eigene Grenzen neu definieren werde. Dort werde ich sicherlich mich ein wenig gehen, Fünf gerade sein lassen, ein wenig nachdenken, philosophieren und die Ergebnisse in Worten kleiden. Das Herz beginnt freudig beim Gedanken daran zu schlagen, der Kopf grämt sich ein wenig aber wenn ein Herz schägt, dann lebt es auch – da kann der Kopf nicht viel dagegen machen, denn Leben ist essentiell.
Wer möchte ein Teil dessen sein und eine Postkarte bekommen?
Wenn ja dann eine kurze Mail mit der Adresse an yumachi[eddi van halen]gmail.com
Aug
Do it yourself: Pimp your Duftbaum!
by der Kaiser in Fürs Notizbuch, Gedankensalat, Konsumentales, Unterwegs
Wer einen normalen Duftbaum satt hat, dem sei an dieser Stelle kurz erklärt wie man sich seinen eignen Salami Duft in 6 einfachen Schritten fürs Auto kreiert:
1. Salami (in Ring oder Wurstform) mit persönlich favorisierten Geschmack kaufen. Am besten eine die frisch von einem Händler ist auf auf Plastikverpackung verzichtet. Bei mir war es eine Salami mit Walnüssen.
2. Salami in eine Papiertüte packen
3. Salami ins Auto legen
4. Wagen an eine Sonnen gefluteten Stelle parken
5. Salami im Auto vergessen
6. Über Nacht dort liegen lassen und am nächsten Morgen über den Duft erfreuen
Mir passiert nach dem gestrigen Besuch im sehr schönen und interessanten Museum des Tim und Struppi Zeichners Hergé in Belgien – Für Fans der Serie wie auch nicht nicht Comicfans echt zu empfehlen
Aug
Ein Sonntag im Sommer
by der Kaiser in Fürs Notizbuch, Gedankensalat, Geschichten, Unterwegs
Grillen zirpen rhythmisch durch das Fenster in mein Schlafzimmer. Gedankenverloren starre ich in die schwach von außen erleuchtete Dunkelheit. Heute war ein schöner Tag, voller Sonnenschein, mit einem vollem blauen Himmel, einem warmen Gefühl auf dem Gesicht und voller kleiner Momente die einen Tag, ein Leben abrunden können.
Geweckt von den ersten Strahlen des Tages, war ich bereits früh unterwegs um so viel wie möglich von diesem einen Tag mitzunehmen.
Am Bahnhof kaufte ich mir Kaffee und ein kleines Frühstück, überquerte dann den Rhein um an einer zurückgezogenen Stelle mit ihm in Stille zu frühstücken. Weder Vater Rhein noch ich musste uns irgendetwas erzählen, wir verstanden uns blind. Er las meine Gedanken und trieb sie weit fort, denn Gedanken waren heute fehl am Platze.
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Aug
Ei im Haar….
by der Kaiser in Gedankensalat, Unterwegs
Frisch geduscht sitze ich nun hier und würde das hier vermutlich gar nicht erst über die Tastatur jagen wenn es nicht passiert wäre, denn: Ich hatte Ei im Haar…
Ich lehne mich zurück und lasse den letzten Satz einfach mal auf mich wirken: „Ich hatte Ei im Haar.“
An dem Ei war nichts besonderes, es war weder groß noch sonst wie irgendwie auffällig gewesen bis zu dem Zeitpunkt als es (nicht ganz freiwillig) eine große Ladung seines Inhaltes über mich ergoss. Dabei kann das Ei an sich noch nicht ein mal etwas dafür. Ich zumindest kenne keine Fälle in denen sich Eier einfach so, aus Lust und Laune aus ihrer Schale hervorbrechen und ahnungslose Menschen anfallen. Ist auch ganz gut so, denn sonst gäbe es sicherlich ein größeres Salmonellen- oder Cholesterinproblem auf der Welt.
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Aug
Arbeitsvermittlung
by der Kaiser in Gedankensalat
Aug
Nie wieder Gelsenkirchen
by der Kaiser in Gedankensalat, Unterwegs
So langsam wird es wieder heller am Horizont: Der Wochenbeginn war eine gradlinige Fortführung des Wochenendes: Chaotisch, frustrierend, schmerzend! Die Vergangenheit war kurzfristig auf einen Plausch zu Besuch gekommen und wie das bei unliebsamen Besuchen so ist, so verbleibt einem ein unliebsames Gefühl in den Knochen ähnlich wie ein Schmierfilm auf der Haut der sich einfach nicht so leicht abwaschen lässt.
Es wurde auch keineswegs besser: Zum Wochenbeginn kollidierten im Büro freudig kurzfristig angelegte Büroumzüge mit ebenso kruzfristig angelegten Schwall-Schwall-Gummiball-Terminen. Wenn einem das Leben nun mal gegens Bein tritt, dann gerne richtig. Um nicht in einer Schleife auf “Warum immer ich” zu verenden, kann bzw. muss man sich nur auf die wenigen Dinge besinnen die einem wieder ein besseres Gefühl bescheren. In meinem Falle das am Montag Abend anstehende U2 Konzert in Gelsenkirchen. Auch wenn dieses Ereignis mit einigen unschönen Geschichten im Vorfeld verbunden war, wollte ich mich doch ganz und gar dem Ereignis hingeben. Irgendwas gutes musste der Tag doch als Abschluss haben. Die Erinnerung an das letzte Konzert von U2 in Gelsenkirchen mahnte mich, nicht am direkt Stadion zu parken, denn dort gab es nur wenig Parkplätze und umso mehr Ärger. So freute ich mich über den Hinweis auf der Website des Stadionbetreibers das es für einen kleinen Preis von 5€ einen Schuttelservice von den umliegen Park and Ride Parkplätzen gab. Den Navi aktiviert fuhr ich los im Glauben alles würde gut werden. Nur eine kurze Stunde Autofahrt, dann Konzert, dann nach Hause, Tag gerettet!
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Jul
Eine Konstante im Leben
by der Kaiser in Fürs Notizbuch, Gedankensalat, Unterwegs
Ich sah sie schon von weitem: die beiden Männer die am Rande eines kleines Gebüsches auf einer Brüstung saßen, sich miteinander unterhalteten während der eine langsam eine Zigarette rauchte, der andere immer wieder an einem Bier nippte. Beide schienen Ende 40, Mitte 50 zu sein.An sich gehörten sie mehr der Kategorie von Menschen an über die man gerne hinweg sah: Abgetragene, verwaschende, wild zusammen gewürfelte Kleidung, dünne lange Haare und eingefallene Gesichter. Menschen die nicht unbedingt am Rande des Existenzminimums rumkrebsten, aber Menschen die begonnen hatten sich mehr gehen zu lassen als gut war.
An sich wäre ich einfach an ihnen vorbei in Richtung Wohnung gegangen, ich hätte sie nicht beachtet und sie mich nicht. Doch es lag etwas in den Ausdruck beider Gesichter das mich aufmerksam werden lies. Ich griff in meine Hosentasche, regelte die Lautstärke meines iPods hinunter und lauschte den Gesprächsfetzen beider Männer:
“Was soll ich nur machen?” gab der Biertrinker in einem Tonfall von gequälte Traurigkeit von sich.
Der Raucher schwieg und sah leer vor sich hin.
“Ich meine, sie war die Frau! Du weißt schon, DIE Frau bei der du dir sicher bist das sie die richtige für dich ist und nun ist sie weg… das tut so verdammt weh…”
Der Biertrinker wischte sich mit den Fingern in den Augen und der Raucher legte darauf seinen Arm auf die Schulter des Biertrinkers, der mit seiner eigenen Fassung kämpfte.
Ich blieb nicht stehen, sah nicht weiter hin. Es gab nichts was ich tun konnte. Als hinter dem Gebüsch in meine Straße einbog formte sich in mir eine lang bekannte aber zu selten mir bewusst gemachte Erkenntnis: Als ich mich mit meinem ersten Liebeskummer auseinandersetzte, dachte ich es würde bei nächsten Mal ein wenig leichter werden und als das sich als naiv herausstellte hoffe ich das ich im Verlauf meines Lebens zumindest besser damit umgehen könnte, das Liebe einfach nicht das gleiche ist wie in jüngeren Jahren. Doch wer mit dem Herzen dabei ist, für den wird Liebeskummer jedes Mal wenigstens gleich schmerzhaft sein egal wie alt er auch sein mag.
Auch wenn ich gerne anderes drüber denke, es ist eines der wenigen Dinge die konstant im Leben sind… und somit uns alle miteinander verbindet … genau wie die Fähigkeit darüber hinweg zu kommen



