{"id":623,"date":"2010-06-04T14:39:59","date_gmt":"2010-06-04T13:39:59","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.yumachi.de\/?p=623"},"modified":"2010-06-04T14:39:59","modified_gmt":"2010-06-04T13:39:59","slug":"zweierlei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.yumachi.de\/?p=623","title":{"rendered":"Zweierlei"},"content":{"rendered":"<p>Leise, in feinen Atemz\u00fcgen dringt Sonnenlicht wie ein Fremdk\u00f6rper in den ansonsten abgedunkelten Raum. Ein Fenster im Raum wird von mir nie verdunkelt. V\u00f6llige Dunkelheit behagt mir nicht, macht mir Angst, nimmt mir die Luft zum Atmen, l\u00e4sst mich nicht gut schlafen und oft panisch aufwachen. An sich habe ich keine wirklichen Probleme mit Dunkelheit, aber im Schlafzimmer ist dies nun mal etwas anderes. Ich empfinde es als sehr beruhigend zu erwachen und nat\u00fcrliches Licht, egal wie schwach es ist, im Raum vorzufinden.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nVertr\u00e4umt \u00f6ffene ich nacheinander schwerf\u00e4llig meine Augen, als wolle ich sichergehen das der Raum auch wirklich nicht in v\u00f6lliger Finsternis liegt. Dann richte ich mich langsam auf und schaue mich im Raum um. Alles noch so wie am Abend zuvor, der Berg aus Klamotten, die K\u00f6rbe mit W\u00e4sche und an der Schrankt\u00fcre die Krawatte die ich schon so lange mal wegr\u00e4umen wollte. <\/p>\n<p>Ich ziehe meine Beine an mich und lege meinen Kopf auf meine Knie. Ich h\u00e4nge irgendwelchen Gedanken nach, ohne sie benennen zu k\u00f6nnen. Ich mag das nicht unbedingt, es gibt mir ein wenig das Gef\u00fchl, nicht Herr meine Lage zu sein. Aber ist man das jemals wirklich so ganz? Im Gegensatz zu Fr\u00fcher wo ich mir sicher war das dem so sei, vertrete ich heute mehr die entgegengesetze Position. Denn in meinen Augen gibt es Dinge die man nicht in dem Ma\u00dfe oder \u00fcberhaupt kontrollieren kann wie man es gerne m\u00f6chte. Das bedeutet nicht unbedingt, das dadurch alles schlechter ist, denn es kann auch sehr sch\u00f6n sein.<\/p>\n<p>Ich schaue auf den Platz neben mir und betrachte Deinen R\u00fccken, den durch Deine Haaren zum Teil bedeckten Nacken, deinen Kopf auf dem Kissen.. Die Arme hast Du unter selbigen vergraben. Du verweilst immer noch in der Traumwelt wo ich Dich zur\u00fcck gelassen habe. <\/p>\n<p>Ob Du mir b\u00f6se deswegen bist?<\/p>\n<p>Mit meine Augen beginne ich Deine Kurven entlangzufahren, beginnend vom Poansatz der neckisch ein St\u00fcck unter der Decke hervorlugt, die tiefe Furche entlang die Deine Wirbels\u00e4ule begleitet, hinauf zu den Schulterbl\u00e4ttern die sich, einem feinen und kaum wahrnehmbaren Relief, gleich auf Deiner Haut abzeichnen. Wie gerne w\u00fcrde ich mich \u00fcber Dich beugen und mit meinen Lippen mich von der Existenz dieses Reliefs vergewissern, doch h\u00e4lt mich die Angst davor, Dich schlafende Sch\u00f6nheit zu wecken, davon ab. So k\u00fcsse ich jene Stellen nur in meinen Gedanken, wieder und wieder und wieder.<\/p>\n<p>Ich fahre fort mit meiner erneuten Expedition von dir, wandere \u00fcber Dein Schl\u00fcsselbein hin\u00fcber zu Deinem Nacken, schiebe Deine Haare zuseite und k\u00fcsse sanft was sie so sorgf\u00e4ltig zu verbergen wussten. So wie ich dich k\u00fcsse, h\u00f6ren ich Dein sanftes Schnurren in meinen Gedanken. Das Herz jauchzt freudig auf, es liebt Dein Schnurren und wie gerne w\u00fcrde ich mich in diesen sanften Tonschwingungen der Luft hingeben und mich selbst in ihnen aufl\u00f6sen. <\/p>\n<p>W\u00fcrdest Du das wollen?<\/p>\n<p>Hier beginnt das, was sich meiner Kontrolle entzieht: Dein Kopf mit all seinen Gedanken, dein Herz mit all seinen Gef\u00fchlen. Es geh\u00f6rt Dir und Du gew\u00e4hrst mir lediglich Zugang, einen Platz zum Schlafen und ein Fenster in die fernen Weiten Deiner Seele. Ich kann Dich nicht lenken und will es auch nicht. Denn das was Dich ausmacht ist gerade das was mich an Dir so sehr fasziniert und anzieht.<\/p>\n<p>So wie jetzt, denn ehe ich mich versehe, habe ich mich \u00fcber Dich gebeugt und k\u00fcsse ganz behutsam und fl\u00fcchtig Deinen Nacken. <\/p>\n<p>Nicht fl\u00fcchtig genug, denn Leben erf\u00fcllt dich. Du beginnst Dich zu bewegen, drehst Dich auf die Seite, den R\u00fccken zu mir. Nein, wach bitte nicht auf, bleib noch ein wenig wo Du bist, komm nicht zu mir, lass mich zu dir.<\/p>\n<p>Dein Atem geht ruhig und kaum sichtbar weiter. Erleichtert lass ich mich wieder neben Dir nieder. Vorsichtig lege ich meinen Arm um Dich, sp\u00fcre Deine Haut auf meiner Brust. Dein Duft dringt sanft in meine Nase und bevor ich wei\u00df wie mir geschieht, greift Deine Hand nach meiner und schiebt sie weiter nach oben, dorthin, wo ein angenehm rhythmisches Klopfen die angenehmste Musik ist, die alleine nur durch die Haut gesp\u00fcrt werden kann. <\/p>\n<p>Wie von alleine fallen meine Augen wieder zu und ich beginne zu fallen, ewig tief bis wieder bei dir bin, vom Himmel fallend, in unsere gemeinsame Welt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leise, in feinen Atemz\u00fcgen dringt Sonnenlicht wie ein Fremdk\u00f6rper in den ansonsten abgedunkelten Raum. Ein Fenster im Raum wird von mir nie verdunkelt. V\u00f6llige Dunkelheit behagt mir nicht, macht mir Angst, nimmt mir die Luft zum Atmen, l\u00e4sst mich nicht gut schlafen und oft panisch aufwachen. 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