{"id":67,"date":"2006-09-19T21:02:19","date_gmt":"2006-09-19T19:02:19","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.yumachi.de\/?p=63"},"modified":"2006-09-19T21:02:19","modified_gmt":"2006-09-19T19:02:19","slug":"immer-schon-langsam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.yumachi.de\/?p=67","title":{"rendered":"Immer sch\u00f6n langsam"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr manche Dinge sollte man sich einfach Zeit lassen. Ansonsten, kann man ganze schnell in unangenehme Situationen geraten. So wie heute einem Arbeitskollegen geschehen&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>So in etwa male ich mir aus was passiert ist:<\/p>\n<p>Da sa\u00df der gute Mann in seinem B\u00fcro, sah aus dem Fenster den Wolken zu. Klickte hier ein wenig mit der Maus, tippte dort ein wenig auf der Tastatur und verschnaufte bei den Bergen von Arbeit die sich auf seinem g\u00e4hnend leeren Schreibtisch stapelte. Er seufzte, die Zeiten waren einfach hart geworden. Er lehnte sich in seinem B\u00fcrostuhl zur\u00fcck und schaute auf den leeren Platz seiner Kollegin. Vor ein paar Monaten war sie in Rente gegangen. Oft hatten sie einen Dialog \u00fcber Politik und Arbeit gef\u00fchrt. Obwohl, eine Dialog wollte er es nicht unbedingt nennen, vielmehr war es ein Monolog gewesen: Sie sprach und er gab und zu ein kurzes Statement. Es war ruhiger geworden. Er nahm eine Zeitschrift, die er sich am Morgen am Bahnhof gekauft hatte und fing an drin herum zu bl\u00e4ttern. Er strich sich dabei \u00fcber den Bart. Eine Eigenart von ihm. Schnell macht er die interessanten Artikel ausfindig und frohlockend auf den Lesegenuss verlie\u00df er sein B\u00fcro, ging um die Ecke in die angrenzende K\u00fcche und kochte sich eine Kanne starken Kaffees. Wieder zur\u00fcck im B\u00fcrostuhl verbrachte er die n\u00e4chsten Stunden bei Kaffee und spannenden Artikeln \u00fcber Autos.<\/p>\n<p>Mit der Zeit machte sich ein feines Zwicken in der Leistengegend bemerkbar. Ach ja, Kaffee neigte ja zum Treiben, erinnerte sich der Mann. Aber man musste ja nicht gleich \u00fcbertreiben und wegen jedem Zwicken die Toilette aufsuchen. So ein wenig Druck w\u00fcrde er schon verkraften und las trinkend weiter. Ein, zwei Stunden vergingen so, das Zwicken nahm zu und der Mann begann unruhig auf seinem Stuhl hin und her zu rutschen. Eine halbe Tasse war noch \u00fcbrig, die w\u00fcrde er schaffen, denn dann erst w\u00fcrde es sich lohnen auf Toilette zu gehen. Bei seiner Ehre als Mann selbst gepackt, zwang er sich so ruhig und gelassen es ging die Tasse langsam zu Ende zu trinken und das Gef\u00fchl zu Bersten zu ignorieren. Ein letztes Schl\u00fcckchen noch, dann war es getan. Zufrieden setzte er die Tasse ab, vergewisserte sich alles ausgetrunken zu haben und sprang dann auf. Er \u00f6ffnete die T\u00fcr und sah auf den Flur hinaus. In der Ferne konnte er ein paar Putzfrauen sehen. Seine Uhr verriet, dass sich so gut wie alles im Feierabend befand. Die T\u00fcr zur Toilette schr\u00e4g gegen\u00fcber angepeilt, machte er einen Satz nach vorne und hin zur T\u00fcre. Seine Finger glitten dabei automatisch zu seinem G\u00fcrtel und begannen ihn zu \u00f6ffnen. Die Klinke in der linken, mit der rechten den Kopf aufgedr\u00fcckt und einem dem Sesamstrassen-Samson nicht un\u00e4hnlich klingenden \u201eUi-jui-jui-jui\u201c Mantra vor sich hinsingend betrat er die Toilette. Ist wie zuhause, dachte er wohl als letztes.<\/p>\n<p>War es aber nicht!<\/p>\n<p>F\u00fcr manche Dinge sollte man sich einfach Zeit lassen. Ansonsten, kann man ganze schnell in unangenehme Situationen geraten. In diesem Fall nicht nur er, sondern auch ich. Die T\u00fcre zur Toilette flog auf und ich staunte nicht schlecht \u00fcber das M\u00e4nnchen mit halbge\u00f6ffnete Hose das von drau\u00dfen eintrat. Die R\u00f6te schoss ihm ins Gesicht und er hielt sich versch\u00e4mt die Hose fest.<\/p>\n<p>Einen ewigen Moment peinlicher Stille. Dann erinnerte ihn wohl ein Zwicken in der Leistengegend an den eigentlichen Grund seines Daseins und er schob sich eilig Richtung Urinal.<\/p>\n<p>Ich verlie\u00df die Toilette und war einfach nur froh, dass er die Hose nicht bereits ganz unten hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr manche Dinge sollte man sich einfach Zeit lassen. Ansonsten, kann man ganze schnell in unangenehme Situationen geraten. 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