Vollidiot


Bei meiner Dienstreise nach Schwerin, ist mir aber auch Gutes widerfahren. Auf der Hinfahrt verbrachte ich meine Zeit im Zug damit das Buch „Vollidiot“ von Tommy Jaud zu lesen. Die gut 284 Seiten habe ich auch in einem Rutsch auch durchgelesen. Warum? nun weil das Buch eine angenehme leichte Lektüre ist. Vollidiot handelt von Verkäufer Simon Peters der in einem T-Punkt laden arbeitet und völlig frustriert mit seiner Welt ist. Von seiner Freundin getrennt und dem Anschein nach nicht unbedingt nach Freunden gesegnet versucht er sein Leben umzugestalten und begibt sich auf der Suche nach dem anderen Geschlecht.

Auf der Rückseite des Buches steht geschrieben:

Nicht alle Männer sind Idioten. Einige sind Vollidioten.

Und Simon ist so einer. Es gibt wirklich keinen Moment wo Simon sich nicht wie ein Vollidiot aufführt. Die Geschichte selbst ist platt ohne Ende, da wird mit Klischees um sich geworfen und Simons Intelligenzquotient mehrfach beim Lesen hinterfragt.

Warum das Buch trotzdem Spass macht liegt an seinem Humor. Man merkt das Tommy Jaud von Beruf Gagschreiber ist. Der Sprache ist nüchtern und sehr sehr einfach gehalten. Das Buch ist eine willkommene Lektüre für zwischendurch und für die Leute geeignet die nicht immer Tiefgang in Sachen Charaktere, Story oder Witz brauchen.

Ein Auszug aus dem Buch. Simon hat sich ohne es zu wissen in einem schwulen Fitnessstudio angemeldet. Da er aus seinem vertrag nicht wieder aussteigen kann, versucht er das beste aus der Situation zu machen:

Mit meinem nagelneuen Snoopy-Handtuch schlurfe ich zum Kursraum. Das Snoopy-Handtuch ist Bestandteil meiner großen Seht-her-ich-bin-keine-Schwuchtel-also-lasst-mich-in-Ruhe-trainieren-Kampagne. Zuvor hatte ich ein Benjamin-Blümchen-Handbuch, das ich nun allerdings nur noch zum Joggen nehme, seit mir mal jemand „Geiler Rüssel!“ hinterhergerufen hat.

Kurzum lockere, leichte, einfach Literatur die nur (wenn überhaupt) den Anspruch hat zu unterhalten und sonst nix. Ein Sommerbüchlein.

  1. #1 von dibo am 28. August 2006 - 19:48

    Das ist ganz üble Ich-bin-auch-so-lustig-wie-Benjamin-von-Stuckrad-Barre-vor-sechs-Jahren-mal-war Literatur… Ich war kurz davor das Buch umzutauschen, der Autor soll ja irgendwo in Köln wohnen. Dass der Driss in den letzten zwei Wochen auf dem Eigelstein verfilmt wurde weisst Du aber, oder? Na und wer ist der Vollidiot? richtig Oli „Mediamarkt“ Pocher … das riecht nach Oscar!

  2. #2 von der Kaiser am 3. September 2006 - 15:31

    @di::bo

    yap, weiß ich. Die Kulissen habe ich gesehen und inwiefern das Buch sich verfilmen lässt ohne total bescheuert zu wirken weiß ich auch nicht. Ob ich das Buch ein zweites Mal lesen würde sei dahin gestellt. Ich glaube es nicht. Es war für ein „erstes Mal“ ganz lustig, aber das war es dann auch und für die 8€ habe ich ganz gut was zu lachen gehabt, auch wenn das Buch ganz ganz nüchtern betrachtet eher erbärmlich ist.

    Und Oli Pocher = Vollidiot… ich wusste es schon immer!!! 😉

  3. #3 von Sophie am 3. September 2006 - 20:29

    Ein Film mit Oliver Pocher kann nichts werden, denn er kann einfach nicht schauspielern. Bzw. er kann keinen Text so vortragen, dass es natürlich klingt.

    Da sollte er wohl doch lieber bei Comedy bleiben, wo er ja anscheinend – unverständlicherweise – recht erfolgreich ist.

(wird nicht veröffentlicht)